Vollkasko-Versicherung: Leistungen vergleichen

Die Vollkasko-Versicherung bietet dem Versicherungsnehmer den umfassendsten Schutz für Schäden am eigenen Fahrzeug. Das gilt allerdings nicht nur für Unfallschäden, sondern auch wenn das Fahrzeug bei einem Unwetter oder durch Vandalen beschädigt wurde. Der Versicherungsschutz durch die Vollkasko-Versicherung greift auch, wenn das Fahrzeug gestohlen wurde. Während in einigen europäischen Ländern diese Versicherung gesetzlich vorgeschrieben ist, ist das in Deutschland nicht der Fall. Hier ist lediglich der Versicherungsschutz durch die Kfz-Haftpflicht vorgeschrieben, damit ein Auto, LKW oder Motorrad auf öffentlichen Straßen fahren darf. Die Vollkasko kann als freiwilliger Zusatz dazu abgeschlossen werden.

Kfz-Haftpflicht- und Vollkasko-Versicherung: Unterschiede

Die Vollkasko-Versicherung deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab, während die Kfz-Haftpflicht sowohl Personen- als auch Sachschäden, die im Fall eines Unfalls Dritten entstehen können, übernimmt. Aus Gründen des Opferschutzes muss die Kfz-Haftpflicht deshalb auch bei nachgewiesener grober Fahrlässigkeit des Unfallverursachers bezahlen, kann diesen jedoch in Regress nehmen. Von grober Fahrlässigkeit spricht man beispielsweise bei Trunkenheitsfahrten. Die Vollkasko-Versicherung kann in diesem Fall die Regulierung des Schadens am Wagen des Unfallverursachers teilweise verweigern. Bei grober Fahrlässigkeit hängt der Umfang der Leistungskürzungen davon ab, wie schwer das Verschulden des Versicherten wiegt. Verursacht er hingegen vorsätzlich einen Schaden an seinem Fahrzeug, kann die Assekuranz die Leistungen komplett verweigern.

Der Unterschied zwischen Teil- und Vollkasko-Versicherung

Grundsätzlich beinhaltet die Vollkasko alle Leistungen, die auch die Teilkasko-Versicherung bietet. Neben Unfallschäden handelt es sich dabei um Schäden durch eine Explosion oder Brand, Stromschäden, die etwa aus einem Kurzschluss in der Verkabelung entstehen, Marderverbiss, die unmittelbare Einwirkung von Blitzschlag, Hagel, Sturm oder Überschwemmung, sowie Wildschäden. Bei der Vollkasko-Versicherung sind jedoch darüber hinaus auch mutwillige Beschädigungen durch Dritte und Reparaturen des eigenen Fahrzeugs bei selbstverschuldeten Unfällen enthalten.

Wie werden die Beiträge der Vollkasko-Versicherung berechnet?

Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen Teilkasko- und Vollkasko-Versicherung außerdem in der Berechnung der Beiträge. Wie viel der Versicherte für den Schutz bezahlen muss, hängt unter anderem von der Typenklasseneinstufung, der Höhe einer Selbstbeteiligung im Schadensfall sowie von der Regionalklasse ab. Das bedeutet: Wer ein Automodell fährt, das besonders begehrt bei Autodieben ist, oder in einer Region wohnt, in der sich, statistisch gesehen, häufiger Unfälle ereignen, muss höhere Beiträge bezahlen. Darüber hinaus spielt der sogenannte Schadenfreiheitsrabatt eine wichtige Rolle für die Beitragshöhe.

Die Vollkasko-Versicherung und der Schadenfreiheitsrabatt

Beim Abschluss einer Vollkasko-Versicherung wird der Versicherungsnehmer in eine Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Anhand dieser bemisst sich die Höhe des Schadenfreiheitsrabattes. Dabei handelt es sich um einen Preisnachlass, den die Assekuranzen Versicherten gewähren, wenn sie schadenfrei fahren. Je länger die Versicherung keinen Schaden regulieren muss, umso höher fällt der Schadenfreiheitsrabatt aus. Meldet der Versicherte hingegen einen Schadensfall, wird er zum nächsten Beitragsjahr in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse eingestuft. Entsprechend erhöhen sich auch die Beiträge. Bei kleineren Schäden kann es sich also bei der Vollkasko-Versicherung lohnen, diese selbst zu übernehmen, um eine Zurückstufung zu vermeiden.

Kann der Schadenfreiheitsrabatt von der neuen Versicherung übernommen werden?

Will der Versicherungsnehmer zur Vollkasko-Versicherung eines anderen Anbieters wechseln, übernimmt dieser den bisherigen Schadenfreiheitsrabatt. Die bisherige Assekuranz übermittelt neben dem Schadenfreiheitsrabatt außerdem die schadenfreien Jahre sowie die Schäden, welche im Vorjahr und im laufenden Jahr gemeldet wurden. Dieser Datentransfer erfolgt sowohl bei einer ordentlichen als auch bei einer außerordentlichen Kündigung. Letztere ist beispielsweise nach einem Schadensfall oder bei einer Beitragserhöhung ohne entsprechender Ausweitung des Leistungsumfangs möglich.

Pflichten bei der Vollkasko-Versicherung

Zu den Pflichten des Versicherten gehört es, dass er einen unberechtigten Gebrauch seines Fahrzeuges verhindert. Wer beispielsweise sein Fahrzeug an jemanden verleiht, der keine gültige Fahrerlaubnis besitzt, riskiert damit seinen Versicherungsschutz. Schäden müssen bei der Assekuranz außerdem zeitnah angezeigt werden. Als übliche Frist gilt, dass die Schäden innerhalb einer Woche gemeldet werden.

Eine günstige Vollkasko-Versicherung finden

Weil sich die Konditionen für die Vollkasko-Versicherung von Versicherer zu Versicherer erheblich unterscheiden können, lohnt es sich, vor dem Vertragsschluss über einen Kfz-Versicherungsrechner die günstigsten Assekuranzen zu ermitteln . Im Online-Vergleich geben Sie Ihre Daten und wichtige Faktoren wie den Umfang der gewünschten Leistungen oder die maximale Höhe der Selbstbeteiligung an und erhalten einen Überblick aller verfügbaren Tarife, die an diese Angaben angepasst sind. So können Sie schnell und einfach eine günstige Vollkasko-Versicherung finden, die zu Ihnen passt.

Weil die Vollkasko-Versicherung freiwillig ist, sollte der neue Vertrag unter Dach und Fach sein, bevor die Kündigung an den bisherigen Versicherer geschickt wird. Der Grund: Hat es in der Vergangenheit mehrere Schadensfälle gegeben, kann die neue Assekuranz den Versicherungsschutz unter Umständen verweigern.