Haftpflicht oder Kasko: Unterschied und Rechner

In Deutschland stellt sich für Fahrzeughalter die Frage „Haftpflicht oder Kasko?“ erst gar nicht. Denn die Kfz-Haftpflicht-Versicherung zählt zu den sogenannten Pflichtversicherungen. Das bedeutet: Jeder Fahrzeughalter muss schon bei der Anmeldung nachweisen, dass er einen entsprechenden Versicherungsschutz besitzt. Diese Police übernimmt die finanzielle Absicherung von eventuellen Personen- und Sachschäden bei einem Unfall. Denn wird ein Unfallbeteiligter ohne eigenes Verschulden schwer verletzt, können sich die Kosten für medizinische Behandlung, Rehabilitation und mögliche weitere Folgekosten schnell zu einem sechs- bis siebenstelligen Betrag belaufen. Die Folge wäre somit in den meisten Fällen eine Zahlungsunfähigkeit des Unfallverursachers – der Geschädigte würde auf seinen Kosten sitzenbleiben. Die Kaskoversicherung hingegen haftet für Sachschäden am eigenen Fahrzeug. Lesen Sie hier, wann nur eine Haftpflicht und wann welche Kaskoversicherung sinnvoll ist.

Haftpflicht oder Kasko: Was ist sinnvoll?

Fahrzeughalter, die sich zwischen Haftpflicht und Kasko entscheiden müssen, sollten nicht nur die Höhe der monatlichen Beiträge miteinander vergleichen. Mindestens ebenso wichtig ist die Desckungssumme, welche die Assekuranz im schlimmsten Fall übernimmt. Für die Haftpflichtversicherung gilt seit 2002 eine gesetzliche Regelung, wonach jeder Versicherer eine Mindestdeckungssumme gewährleisten muss. Diese liegt bei 7,5 Millionen Euro für Personenschäden bei mehreren Verletzten, 1,12 Millionen Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für Vermögensschäden. Die Beträge klingen zunächst hoch, können jedoch schnell überschritten werden – beispielsweise dann, wenn als Folge des eigenen Unfalls weitere Fahrzeuge in den Zusammenstoß verwickelt werden oder mehrere Personen schwer verletzt werden. Hat der Versicherte nur den gesetzlichen Basisschutz, muss er für Beträge, welche die Mindestdeckungssumme überschreiten, persönlich haften.

Haftpflicht oder Kasko: Absicherungsumfang vergleichen

Wer die Haftpflicht oder Kasko abschließt, sollte darauf achten, wie umfangreich der angebotene Schutz ist. Bei der Haftpflicht ist etwa eine möglichst hohe Deckungssumme wichtig. Viele Versicherer bieten bei der Haftpflicht eine unbegrenzte Deckung von Fremdschäden an, ohne dass die Beiträge ins Uferlose steigen. Bei der Kaskoversicherung, die Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt, kann der Versicherte zwischen der Teilkasko-Versicherung und der Vollkasko-Versicherung wählen. Letztere bietet einen umfassenderen Schutz und deckt etwa auch Schäden durch Vandalismus ab.

Die Höhe des Selbstbehalts bei Haftpflicht und Kasko

Versicherungsnehmer, die sich nach Haftpflicht oder Kasko umsehen, können die finanzielle Belastung durch die monatlichen Beiträge dadurch senken, dass sie die Option einer Selbstbeteiligung im Schadensfall wählen. In diesem Fall bezahlen sie einen Teil des Schadens – meist einen dreistelligen Betrag – aus der eigenen Tasche. Die Versicherung übernimmt den Rest.

Haftpflicht oder Kasko wechseln

Haftpflicht und Kasko zählen beide zu den Kfz-Versicherungen und können nur dann gewechselt werden, wenn die alte Versicherung zum Stichtag 30. November gekündigt wird. Hierbei ist zu beachten, dass das Kündigungsschreiben entweder per Post oder Fax an die Versicherungsgesellschaft geschickt werden kann und dem Versicherungsgeber spätestens am Stichtag vorliegen muss, um Gültigkeit zu besitzen. Das Datum des Poststempels reicht für eine Wahrung der Kündigungsfrist nicht aus. Eine außerordentliche Kündigung ist nur in Ausnahmefällen möglich – etwa im Schadensfall oder wenn die Assekuranz die Beiträge erhöht, ohne zugleich ein besseres Leistungsspektrum zu bieten. Bevor Sie Ihre Haftpflicht oder Kasko kündigen, sollte allerdings der neue Vertrag am besten schon unter Dach und Fach gebracht sein.